Rabatte als Regel statt als Preisliste
Preispflege per Import kostet Zeit und erzeugt stille Fehler. Wer Rabatte an Kategorien und Produktgruppen bindet statt an einzelne Artikel, dreht die Rechnung um: eine Kampagne, ein Zeitraum, klare Beschränkungen. Wie das in Shopware 6 aussieht und was am Ende auswertbar bleibt.
Ein Saisonverkauf über 400 Artikel, zwei Wochen Laufzeit, drei Kundengruppen mit unterschiedlichen Konditionen. Ohne Werkzeug heißt das in Shopware: Preise exportieren, Rabatte rechnen, importieren und am Stichtag alles zurückspielen.
Der Aufwand ist dabei das kleinere Übel. Schwerer wiegt, was danach passiert. Ein Import läuft schief, drei Artikel bleiben auf dem Aktionspreis, und auffallen wird das erst, wenn die Marge im Quartalsbericht fehlt.
Rabatt als Regel zu denken statt als Preisliste dreht die Reihenfolge um. Nicht die Artikel bekommen neue Preise. Eine Kampagne bekommt einen Geltungsbereich, und die Preise folgen daraus.
Warum der Rabatt im Warenkorb zu spät kommt
Shopware bringt eigene Aktionen mit. Sie greifen im Warenkorb. Der Preis in der Kategorie bleibt unverändert, der Rabatt erscheint erst nach dem Klick. Für Gutscheinlogik ist das genau richtig. Für eine Kampagne, die schon in der Übersicht wirken soll, reicht es nicht, und Sichtbarkeit ist der Grund, warum Rabatte überhaupt etwas bewegen.
Die Alternative heißt bislang: Preise anfassen. Genau daran hängt der doppelte Aufwand, einmal zum Start und einmal beim Rückbau, dazu jede Menge Gelegenheiten für Fehler, die niemand sofort sieht.
Aufbau
Was eine Kampagne festlegt
Eine Rabattkampagne in der Erweiterung besteht aus fünf Entscheidungen. Der Rest bleibt Shopware-Standard.
Eine bestehende Kampagne lässt sich duplizieren. Die Herbstaktion wird damit zur Vorlage für die Frühjahrsaktion, inklusive Farben, Texten und Geltungsbereich.
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01
Auswahl
Kategorien einschließen oder ausschließen, ergänzt um dynamische Produktgruppen. Damit lässt sich auch "alles außer Neuware" abbilden, ohne eine einzige Artikelnummer zu pflegen.
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02
Höhe
Relativ oder absolut, wahlweise als Aufschlag statt als Rabatt. Die Rundung ist wählbar: Standard, logisch, auf oder ab. Aus 47,53 Euro wird so 47,49 statt einer krummen Zahl.
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03
Zeitraum
Gültig von und gültig bis, auf die Minute genau. Das Aktionsende ist damit ein Termin und keine Aufgabe auf einer Liste.
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04
Anzeige
Streichpreis, Prozentwert oder beides, getrennt einstellbar für Listing und Detailseite. Dazu ein Badge im Listing und Hinweisboxen mit eigenem Text und eigenen Farben.
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05
Priorität
Überlappen zwei Kampagnen, entscheidet die Priorität. Per Grundeinstellung werden mehrere Rabatte entweder summiert oder es gilt nur der höchste.
Beschränkungen
Rabatte, die nicht für alle gelten
Ein Preis für alle ist im B2B die Ausnahme. Jede Kampagne lässt sich deshalb eingrenzen, einzeln oder kombiniert.
- Kundengruppe
- Händler sehen andere Konditionen als Endkunden, im selben Shop und ohne zweiten Katalog.
- Einzelkunde
- Für ausgehandelte Konditionen mit einem bestimmten Kunden, ohne eigene Preisliste im Hintergrund.
- Verkaufskanal
- Die Aktion läuft im B2B-Kanal und im Outlet, im Hauptshop nicht. Aktiviert wird das System ohnehin je Kanal.
- URL-Parameter
- Der Rabatt greift nur beim Aufruf mit ?aktion=ja. Wer über eine bestimmte Anzeige kommt, sieht den Preis, der organische Traffic nicht.
- Cookie
- Dieselbe Idee, nur an einen gesetzten Cookie gebunden. Brauchbar für Landingpages und geschlossene Aktionen.
- Aktionssperre
- Einzelne oder alle Shopware-Aktionen lassen sich während der Kampagne blockieren. So landet kein 20-Prozent-Gutschein zusätzlich auf dem Sale-Preis.
Im Warenkorb erscheint ein Hinweis, wenn ein Gutschein wegen der Kampagne nicht greift. Das kostet weniger Support-Zeit als eine stumme Ablehnung.
Nach der Aktion beginnt die interessante Arbeit
Die meisten Rabattaktionen enden ohne Auswertung. Der Umsatz war da oder er war es nicht, der Rest ist Erinnerung. Jede Kampagne führt deshalb eine eigene Statistik: Anzahl der Bestellungen, Anzahl der rabattierten Produkte, Umsatz, Gesamtrabatt und Marge, dazu die Verkäufe je Artikel.
Interessant wird das ab der zweiten Aktion. Wenn ein Artikel 300 Stück verkauft und dabei die Marge aufbraucht, während ein anderer mit 40 Stück den Deckungsbeitrag trägt, fällt die nächste Kampagne kleiner und profitabler aus. Ohne diese Zahlen bleibt die Rabatthöhe eine Bauchentscheidung, die jedes Jahr wiederholt wird.
Was bleibt
Der entscheidende Teil einer Rabattaktion ist nicht der Prozentwert. Es ist die Frage, wer ihn zu sehen bekommt, wie lange das gilt und was danach in den Zahlen steht.
Wer diese drei Punkte vorher festlegt, spart sich den Import, den Rückbau und die Diskussion im Januar. Der Rest ist Handwerk: Kampagne anlegen, Geltungsbereich setzen, Enddatum eintragen. Und danach tatsächlich einmal nachrechnen, was die Aktion gebracht hat.
Die Erweiterung „Rabatte Kategorie“ ist für Shopware 6 verfügbar. Fragen zur Einrichtung oder zu individuellen Anforderungen beantwortet das Team von PremSoft gern.